Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Institut für Soziologie

Prof. Dr. Tanja Paulitz

Kultur- und Wissenssoziologie

Aufgabenbereich

Kultur- und Wissenssoziologie

Kontakt

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Work S4|22 115
Besuch: Landwehrstraße 48a, 64293 Darmstadt
Post: Dolivostraße 15, 64293 Darmstadt

Sprechstunden

Die nächste Sprechstunde findet am Mittwoch, 16. Oktober von 12.00 bis 13.00 Uhr statt.

Mit Beginn des Wintersemesters 2019/20 finden die Sprechstunden ab dem 24. Oktober 2019 immer wöchentlich von 12.00 bis 13.00 Uhr statt.

Bitte richten Sie Ihre Terminanfrage direkt an Frau Neidhart (sekretariat-paulitz@ifs.tu-darmstadt.de).

Aktuelle Position

seit Oktober 2016: Professorin für Soziologie – Kultur- und Wissenssoziologie – an der TU Darmstadt

Berufliche Stationen

04/2013 – 09/2016: Professorin für Soziologie mit dem Schwerpunkt Gender und Technik an der RWTH Aachen

10/2012 – 03/2013: Professorin für Spezielle Soziologie und empirische Sozialforschung an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg

03/2012 – 09/2012: Assistenz-/Assoziierte Professorin an der Karl-Franzens Universität Graz (Institut für Soziologie; Schwerpunkt Geschlechtersoziologie & Gender Studies)

01/2011 – 03/2011: Visiting Professor & Visiting Scholar an der University of California Los Angeles (USA), Cornell University (USA), Rensselaer Polytechnic Institute (USA)

09/2007 – 02/2012: Universitätsassistentin an de Universität Graz (Institut für Soziologie; Schwerpunkt Geschlechtersoziologie & Gender Studies)

09/2006 – 08/2007: Senior Research Scientist am Interuniversitären Forschungszentrum für Technik, Arbeit und Kultur (IFZ), Graz, als Lise-Meitner-Stipendiatin

08/2004 – 08/2007: Wissenschaftliche Assistentin am Zentrum für interdisziplinäre Frauen- und Technikforschung der TU Berlin

04/1999 – 03/2004: wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Universität Kassel

Stationen der wissenschaftlichen Karriere

2011: Habilitation und Verleihung der Venia legendi für das Fach Soziologie an der Universität Graz; Habilitationsschrift: „Vom Maschinenwissenschaftler zum 'Mann der Tat'. Zur Soziologie technikwissenschaftlichen Wissens, 1850-1930.“ (erschienen 2012 unter dem Titel „Mann und Maschine“ im transcript-Verlag)

2004: Promotion (mit Auszeichnung) an der Universität Kassel; Dissertation: „Netzsubjektivität/en. Konstruktion von Vernetzung als Technologien des sozialen Selbst“ (erschienen 2005).

Wie funktioniert

Vom Nutzen dieser nachfolgenden Informationen:

Es ist mein Anliegen, dass wir persönliche Kontaktzeiten in der Sprechstunde oder in der Lehrveranstaltung intensiv inhaltlich nutzen können.

Daher dienen diese ausführlichen Informationen

  • Ihrer ersten Orientierung über organisatorische Abläufe und effiziente Vorgehensweisen,
  • der Beantwortung regelmäßig wiederkehrender Fragen und
  • damit auch der Minimierung von E-Mail-Kommunikation für uns alle, so dass die damit gewonnene Zeit Ihnen für Ihr Studium und mir für eine intensive Betreuung der Studierenden zur Verfügung stehen kann.

Auf etliche allgemeine Fragen finden Sie hier nützliche Basisinformationen.

  • Bitte lesen Sie daher unbedingt zuerst nach!
  • Lesen Sie erst recht hier nach, sofern eine E-Mail von Ihnen (nach mehreren Tagen) unbeantwortet geblieben sein sollte!

Die Kultur- und Wissenssoziologie beschäftigt sich mit kulturellen Ordnungen in unterschiedlichen Teilbereichen der Gesellschaft. Zentral ist dabei die Frage, wie Wissen die soziale Welt prägt und (ihrerseits) von ihr geprägt wird.

Die Soziologie untersucht demnach die gesellschaftlichen Voraussetzungen dessen, was wir als Mitglieder dieser Gesellschaft wissen. Zum Gegenstand der Betrachtung wird nicht allein das, was wir wissen, wenn uns bewusst ist, dass wir wissen, sondern auch Auffassungen, die uns so selbstverständlich sind, dass wir geradezu unbewusst unseren Alltag danach ausrichten oder gar unsere körperlichen Routinen entsprechend funktionieren. Dieses Wissen ist mit Machtverhältnissen verbunden, wenn etwa selbstverständlich Gewusstes soziale Ungleichheiten aufrechterhält. Ein Beispiel sind unhinterfragte kulturelle Vorstellungen über Weiblichkeit und Männlichkeit, die soziales Handeln von und gegenüber Männern und Frauen anleiten. Auf diese Weise kann die Soziologie Phänomene erforschen, die sich sehr häufig dem Blick der Gesellschaftsmitglieder entziehen und gerade deshalb eine hohe Wirkmächtigkeit besitzen. Im Mittelpunkt unseres Interesses steht also der Zusammenhang von Wissen, kulturellen Praktiken und gesellschaftlichen Machtverhältnissen.

Im Arbeitsbereich an der TU Darmstadt beschäftigen wir uns vor allem mit folgenden Gegenstandsbereichen:

  • Technik, Digitalisierung, Arbeit
  • Naturwissenschaften, akademische Wissenskulturen
  • Ernährung, Essen und Körper
  • Hochschule als Studien- und Arbeitsort
  • Ingenieurkultur und das Selbstverständnis von Ingenieur_innen
  • Geschlecht/Gender, Diversität.

In der Untersuchung von Technik geht es beispielsweise darum, wie kulturelle Vorstellungen und Praktiken die Entwicklung und Gestaltung einer bestimmten Technologie prägen. Das kann bedeuten, sich systematisch damit zu beschäftigen, wie in der Konstruktion von Technik durch soziale Prozesse Entscheidungen getroffen und Festlegungen dafür vorgenommen werden, was mit dieser Technologie möglich ist und was nicht. Aktuell könnten wir uns etwa damit beschäftigen, wie soziale Netzwerke im Internet programmiert sind und was dies für ihre Nutzung bedeutet. Dann wird also beispielsweise untersucht,

  • welche sozialen Handlungsräume genau technisch geformt werden,
  • welche Möglichkeiten und welche Begrenzungen sie aufweisen,
  • wie der Zugang reguliert wird oder
  • welche Spielräume in der Nutzung entstehen.

Technik wird so durchgängig in ihren Entstehungskontexten, ihrer Ausgestaltung und ihrer Nutzung immer auch als soziales Phänomen betrachtet.

Die Forschung im Arbeitsbereich arbeitet primär mit kultur- und wissenssoziologischen Perspektiven aus

  • Diskurstheorie und Gouvernementalitätsforschung,
  • feministischer Theorie und sozialwissenschaftlicher Geschlechterforschung,
  • Praxistheorie, Habitus- und Feldtheorie
  • und historischer Epistemologie.

Diese Perspektiven werden in folgenden Schwerpunktbereichen mit folgenden Basiskonzepten produktiv gemacht:

  • Techniksoziologie: partizipative und sozial reflexive Technikgestaltung, Techniknutzungsweisen, Koproduktion von Technik und Geschlecht
  • Wissenschafts- und Hochschulforschung: Wissenskulturen, Praxisformen, Wandel der Hochschulen
  • Ingenieurberuf und Ingenieurkultur: Berufskulturen, Subjektivierungsweisen, Praxisformen, Maschinenkonzepte
  • Frauen- und Geschlechterforschung: Männlichkeiten, Intersektionalität, Wissensgeschichte von Geschlecht
  • Ernährung, Körper und Nahrungsmittel: Fleischkultur, Embodying, Koproduktion von Essen und Geschlecht, Lebensmittel als Biofakte
  • Methoden der qualitativen empirischen Sozialforschung: Diskursforschung, Genealogie, Ethnografien, GroundedTheory.
  • >>Digitale Bohème<< und Mitbestimmung. Informelles Digitalisierungswissen im Großunternehmen als zukünftige Gestaltungsressouce für Betriebsräte

  • Jenseits der Gläsernen Decke. Professorinnen zwischen Anerkennung und Marginalisierung (academica)
  • Genealogien der Gender Studies
  • Geschlechteraspekte in Forschung und Lehre in MINT-Fächern an der TU Darmstadt (GENDER@MINT.TU)

  • Ernährungskulturen und Geschlecht

Bianca Prietl

Vergeschlechtlichte Praktiken der Grenzziehung zwischen ‚Technik‘ und ‚Sozialem‘. Zur diskursiven Konstituierung des Ingenieurs im Bereich erneuerbarer Energien

Qualitativ-empirisches Dissertationsprojekt zur Ingenieurarbeit im Bereich erneuerbarer Energien aus Geschlechterperspektive. Teilfinanziert durch ein JungforscherInnenstipendium des Universi­täts­­rats der Karl-Franzens Universität Graz (Volumen: 24.000 €). Abschluss der Promotion mit Auszeichnung im März 2017.

Martin Winter

  • Gendering of Boundary Work in Engineering (genderneering)

  • Verhandlungen von Geschlechtergrenzen in den Naturwissenschaften am Beispiel von NAWI Graz (Gender NAWI)

  • Work-Life-Balance an der Karl-Franzens-Universität Graz (WLB-KFU)

Publikationen

Neuerscheinungen

2019: Feministische Soziologie, Gender Studies, Frauen-/Geschlechterforschung als Denkkollektiv: Soziologische Denkstile zu Geschlecht als sozialem Verhältnis und als soziale Kategorie. In: Soziologische Denkschulen in der Bundesrepublik Deutschland. Hg.: Joachim Fischer, Stephan Moebius. Wiesbaden: Springer VS. hier verfügbar

2018: Frauen-/Geschlechterforschung. In: Handbuch Geschichte der deutschsprachigen Soziologie. Band 1: Geschichte der Soziologie im deutschsprachigen Raum. Hg.: Stephan Moebius. Andrea Ploder. Wiesbaden: Springer VS. 421-452 hier verfügbar.

Parteilichkeit – Objektivität: Frauen- und Geschlechterforschung zwischen Politik und Wissenschaft. In: Handbuch Interdisziplinäre Geschlechterforschung. Band 1 Hg.: Beate Kortendiek, Birgit Riegraf, Katja Sabisch. Wiesbaden: Springer VS. 155-164 hier verfügbar

2017: Ernährung und (vergeschlechtlichte) Körper diesseits dichotomer Kategorien. Theoretische Sondierungen zur Untersuchung des >>Stoffwechsels<< von Gesellschaft und Natur. In: Leviathan. Berliner Zeitschrift für Sozialwissenschaft. 45. Jahrgang 2017, Heft 3. Baden-Baden: Nomos. 381-403. (mit Martin Winter)

Monographien

  • Mann und Maschine. Eine genealogische Wissenssoziologie des Ingenieurs und der modernen Technikwissenschaften, 1850-1930. Bielefeld: transkript, 2012
  • Netzsubjektivität/en. Konstruktionen von Vernetzung als Technologien des sozialen Selbst. Eine empirische Untersuchung in Modellprojekten der Informatik. Münster: Verlag Westfälisches Dampfboot, 2005

Herausgegebene Bücher

  • Akademische Wissenskulturen und soziale Praxis. Geschlechterforschung zu natur-, technik- und geisteswissenschaftlichen Fächern. Herausgegeben mit: Barbara Hey, Susanne Kink und Bianca Prietl. Münster: Verlag Westfälisches Dampfboot, 2015 (Forum Frauen- und Geschlechterforschung, Bd. 42).
  • Recodierung des Wissens. Stand und Perspektiven der Geschlechterforschung in Naturwissenschaften und Technik. Herausgegeben mit: Petra Lucht. Frankfurt/Main, New York: Campus, 2008 (Politik der Geschlechterverhältnisse, Bd. 38).
  • Under construction? Konsttruktivismen in feministischer Theorie und Forschungspraxis. Herausgegeben mit: Urte Helduser, Daniela Marx, Katharina Pühl. Frankfurt/Main, New York: Campus, 2004 (Politik der Geschlechterverhältnisse, Bd. 24).

Aufsätze (aktuelle Auswahl)

Review-Beiträge zu Lehr- und Handbüchern

  • 2017: Ernährung in kultursoziologischer Perspektive. In: Handbuch Kultursoziologie. Bd. 2: Theorien, Methoden, Felder. Hg.: Stephan Moebius, Fritjof Nungesser, Katharina Scherke. Wiesbaden: VS, 2017 (online first veröffentlicht, Buch im Erscheinen, mit Martin Winter)

Zeitschriftenbeiträge (peer-reviewed)

  • 2017: Wissenskulturen und Machtverhältnisse. Nichtwissen als konstitutive Leerstelle in der Wissenspraxis. In: Technisches Nichtwissen. Hg.: Alexander Friedrich, Petra Gehring, Christoph Hubig, Andreas Kaminski, Alfred Nordmann. Baden-Baden: Nomos, 2017. 189-210 (Jahrbuch Technikphilosophie, Bd. 3).
  • 2017: Ernährungsforschung diesseits der Natur/Kultur-Dichotomie: theoretische Gegenstandsbestimmung und die Konzeption des (Geschlechts-)Körpers. In: Leviathan (erscheint im Herbst 2017, mit Martin Winter).
  • 2016: Analytical Strategy for Dealing with Neutrality Claims and Implicit Masculinity Constructions. Methodological Challenges for Gender Studies in Science and Technology. In: Forum Qualitative Sozialforschung / Forum Qualitative Research, Vol. 17, No. 3, Art. 13 (2016). (mit Susanne Kink und Bianca Priel), hier verfügbar.

Buchbeiträge

  • 2016: Technikwissenschaftliche Business Masculinity als aufstrebender Ingenieurdiskurs. In: Macht in Wissenschaft und Gesellschaft. Diskurs- und feldtheoretische Perspektiven. Hg.: Vincent Gengnagel et al. Wiesbaden: VS, 2016. 141-169. (mit Bianca Prietl).
  • 2015: Die 'feinen Unterschiede' der Geschlechter in Naturwissenschaft und Technik. Kultursoziologische Perspektiven auf rechnende Frauen. In: Digitalisierung und die Rolle von Frauen. Hg.: Sibylle Krämer, Ada Lovelace. Paderborn: Fink, 2015. 115-127.

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