Womit befasst sich der Arbeitsbereich Kultur- und Wissenssoziologie?

Die Kultur- und Wissenssoziologie beschäftigt sich mit kulturellen Ordnungen in unterschiedlichen Teilbereichen der Gesellschaft. Zentral ist dabei die Frage, wie Wissen die soziale Welt prägt und (ihrerseits) von ihr geprägt wird.

Die Soziologie untersucht demnach die gesellschaftlichen Voraussetzungen dessen, was wir als Mitglieder dieser Gesellschaft wissen. Zum Gegenstand der Betrachtung wird nicht allein das, was wir wissen, wenn uns bewusst ist, dass wir wissen, sondern auch Auffassungen, die uns so selbstverständlich sind, dass wir geradezu unbewusst unseren Alltag danach ausrichten oder gar unsere körperlichen Routinen entsprechend funktionieren. Dieses Wissen ist mit Machtverhältnissen verbunden, wenn etwa selbstverständlich Gewusstes soziale Ungleichheiten aufrechterhält. Ein Beispiel sind unhinterfragte kulturelle Vorstellungen über Weiblichkeit und Männlichkeit, die soziales Handeln von und gegenüber Männern und Frauen anleiten. Auf diese Weise kann die Soziologie Phänomene erforschen, die sich sehr häufig dem Blick der Gesellschaftsmitglieder entziehen und gerade deshalb eine hohe Wirkmächtigkeit besitzen. Im Mittelpunkt unseres Interesses steht also der Zusammenhang von Wissen, kulturellen Praktiken und gesellschaftlichen Machtverhältnissen.

Im Arbeitsbereich an der TU Darmstadt beschäftigen wir uns vor allem mit folgenden Gegenstandsbereichen:

  •  Technik, Digitalisierung, Arbeit
  •  Naturwissenschaften, akademische Wissenskulturen
  •  Ernährung, Essen und Körper
  •  Hochschule als Studien- und Arbeitsort
  •  Ingenieurkultur und das Selbstverständnis von Ingenieur_innen
  •  Geschlecht/Gender, Diversität.

In der Untersuchung von Technik geht es beispielsweise darum, wie kulturelle Vorstellungen und Praktiken die Entwicklung und Gestaltung einer bestimmten Technologie prägen. Das kann bedeuten, sich systematisch damit zu beschäftigen, wie in der Konstruktion von Technik durch soziale Prozesse Entscheidungen getroffen und Festlegungen dafür vorgenommen werden, was mit dieser Technologie möglich ist und was nicht. Aktuell könnten wir uns etwa damit beschäftigen, wie soziale Netzwerke im Internet programmiert sind und was dies für ihre Nutzung bedeutet. Dann wird also beispielsweise untersucht,

  • welche sozialen Handlungsräume genau technisch geformt werden,
  • welche Möglichkeiten und welche Begrenzungen sie aufweisen,
  • wie der Zugang reguliert wird oder
  • welche Spielräume in der Nutzung entstehen.

Technik wird so durchgängig in ihren Entstehungskontexten, ihrer Ausgestaltung und ihrer Nutzung immer auch als soziales Phänomen betrachtet.

Kontakt

Technische Universität Darmstadt

Institut für Soziologie

Landwehrstraße 48/50

64293 Darmstadt

 

Sekretariat:

Karla Rott

Raum S4/22 Zimmer 117

Tel.: +49 6151/16-57374

 

Montag - Donnerstag: 10 bis 13 Uhr

 

E-Mail: rott(at)ifs.tu-darmstadt.de

 

 

 

 

 

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