DFG-Projekt: "Neue Heime in neuen Ländern: Sozialräumliche Aushandlungsprozesse hochqualifizierter indischer Migrantinnen und Migranten in Frankfurt am Main"

DFG-Projekt „Neue Heime in neuen Ländern: Sozialräumliche Aushandlungsprozesse hochqualifizierter indischer Migrantinnen und Migranten in Frankfurt am Main“

Globalisierungsprozesse in der Ökonomie und damit einhergehende transnationale Migration haben seit dem späten 20. Jahrhundert die soziokulturelle Vielfalt städtischer Lebenswelten gesteigert und Städte grundlegend verändert. Im Rahmen der genannten intensivierten Globalisierungsprozesse und grenzüberschreitenden Migrationsbewegungen bilden hochqualifizierte Migrant:innen eine neue Klasse von Migrant:innen. Vor diesem Hintergrund führt das beantragte Forschungsprojekt eine architekturbasierte Untersuchung der Wohnungstypen durch, in denen sich hochqualifizierte Migrant:innen (HSM) bevorzugt niederlassen. Indische HSM dominieren die neueste Welle von Zuzügen zu einer bereits bestehenden, sozial heterogenen 'indischen Diaspora' in Deutschland, die sich über verschiedene frühere Phasen indischer Migration nach Deutschland herausgebildet hat. Diese neue Gruppe der HSM, konzeptualisiert als 'diasporische Kosmopoliten', ist in den letzten anderthalb Jahrzehnten nach Deutschland als einem führenden Mitglied der Europäischen Union zugezogen. Ihren hohen sozioökonomischen Ambitionen folgend sind sie vor Ort mit einem nicht-anglophonen globalen Lebens- und Arbeitsumfeld konfrontiert. Das Projekt geht davon aus, dass die Wohnungswahl der HSM deren ausgeprägte sozioökonomische Aspirationen widerspiegelt. In Deutschland stellt die Integration von Migrant:innen in das lokale Stadtgefüge eine anhaltende Herausforderung dar. Vor dem Hintergrund des jüngsten Migrant:innenzustroms nach Deutschland erforscht das Forschungsprojekt die Wohnungswahl und die Wohnverhältnisse der schnell wachsenden indischen Diaspora in der Metropolregion Frankfurt am Main. Die Wohnungswahl dient als ein Prisma, um sowohl auf Integration als auch auf Differenzierung zielende räumliche Praktiken indischer HSM zu untersuchen, welche wiederum auf Identitätsbildungsprozesse verweisen. Das Forschungsprojekt wird erstens mittels Mapping die Wohnungswahl der HSM unter dem Aspekt der räumlichen Verteilung sowie der Positionierung der Wohnungen in Relation zur indischen Diaspora in der Stadt und zum Standort indischer Institutionen betrachten. Zweitens wird es, gestützt auf Dokumentenanalysen, teilnehmende Beobachtungen und leitfadengestützte Interviews mit Bewohner:innen, eine räumliche Analyse der Wohnungen und Wohnweisen der indischen Diaspora durchführen. Damit trägt das Forschungsprojekt nicht nur dazu bei, die tragende Rolle räumlicher Wohnpraktiken indischer HSM besser zu verstehen. Darüber hinaus soll die Art und Weise, in der Architektur bewusst als Werkzeug zur Gestaltung neuer sozialer Identitäten in einer neuen Umgebung eingesetzt wird, stärker herausgearbeitet werden. Dies wird durch eine Veröffentlichungsstrategie erreicht, zu der neben wissenschaftlichen Publikationen und Workshops auch eine multimodale Ausstellung am Ende des Projekts im Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt am Main gehören, in der die Forschungsergebnisse in Form von interaktiven Exponaten präsentiert werden.

Mittelgeber

Das Projekt wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanziert.

Personen

Dr. Dhara Patel, Projektleiterin, TU Darmstadt

Jonas Wilzbach, studentische Hilfskraft, TU Darmstadt