Durch die Verknüpfung der Untersuchung von Technisierungsprozessen mit der Frage nach technikgebundener Räumlichkeit verfolgt das Kolleg eine innovative Problemstellung, die für sozial- und geisteswissenschaftliche wie für technische Disziplinen gleichermaßen reizvoll ist. Die international breite Diskussion über die Bedeutung von Räumlichkeit (spatial turn) wird aktiv aufgegriffen und mit dem interdisziplinären Problemfeld Technik verbunden. Dabei stehen Technik und Raum gleichermaßen im Mittelpunkt. Die Beantwortung aktueller Fragen der Raum- und Technikforschung wird mittels avancierter Theorien sowie im Blick auf konkrete technische Entwicklungen in Feldern der Informatik, im Verkehrs- und Planungswesen vorangetrieben. Ambition der Arbeit im Kolleg ist es auf Seiten der Doktoranden, Postdocs und Professoren, das Paradigma einer „Topologie“ der Technik so zu entfalten, dass es über Disziplinengrenzen hinweg zu neuen Formen und zu einer neuen Qualität in der Analyse der Raumaspekte von Technik führt. Dabei steht der Name „Topologie“ für ein Verständnis der nicht nur metaphorischen Technizität von Räumen.
Mit dem Anspruch der „Topologie“ hat sich das Kolleg vorgenommen, nicht nur wissenschaftlich innovative Fallstudien zu betreiben, sondern auch ein dem Thema angemessenes und in der Zusammenarbeit geschärftes raumtheoretisches Rahmenwerk der Analyse zu entwickeln. Raum soll einerseits auf der Realitätsebene tiefergehend erfasst werden: als grundlegendes Vorstellungskonzept auch für die Modellierung von Prozessen („Zeit-Räume“). Andererseits soll Raum auf der Ebene von Wirklichkeit analysiert werden: als basales Vorstellungskonzept für die Modellierung von Handlungsmöglichkeiten („Möglichkeits-Räume“). Aber auch die gegenläufige Abhängigkeit ist zu untersuchen. Technogene Veränderungen der Prozessentwicklung hin zur Echt- und Gleichzeitigkeit verändern ihrerseits Räume und Raumkonzepte („Entzeitlichung des Raums“) bis hin zu deren Verlust bzw. Paradoxie. Kompensatorisch werden dann Räume „inszeniert“. Merkmale des methodischen Zugangs und der Arbeitsweise des Kollegs sind „große“ Interdisziplinarität zwischen Geistes-/Sozialwissenschaften und Ingenieurwissenschaften.
Graduiertenkolleg
Topologie der Technik
Technische Universität Darmstadt
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Sprecher
Prof. Dr. Mikael Hård
Institut für Geschichte
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Telefon: +49 (0)6151-16-3097
Koordination
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topologie(at)ifs.tu-darmstadt.de
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seibert(at)ifs.tu-darmstadt.de
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(Gebäude S3|13, 3. Stock)
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