Projekttitel: Geschlechterkonstruktionen im Organisationswandel am Beispiel Polizei
Leitung: Prof. Dr. Ursula Müller
Prof. Dr. Waltraud Müller-Franke
Bearbeiterin: Sylvia Wilz
N.N.
Kontaktadresse: Universität Bielefeld
Fakultät für Soziologie
Postfach 100131
33501 Bielefeld
Tel.: 0521/106-4615, -4612
Fax: 0521/106-6020
e-mail: Ursula.Mueller(at)uni-bielefeld.de
Kurzbeschreibung des Projektes:
Auf dem Hintergrund gesellschaftlichen und organisationellen Wandels fragt das Vorhaben nach Prozessen der Ver- und Entgeschlechtlichung der Polizeiarbeit im Kontext von Professionalisierungsprozessen. Anhand ausgewählter Aufgabenbereiche und Charakteristika polizeilicher Arbeit soll untersucht werden, welche Bezüge feststellbar sind zwischen der Entwicklung des professionellen Selbst- und Fremdverständnisses der Polizei, dem Organisationswandel in der Polizei, neuen Personalpolitiken und den quantitativ deutlich veränderten Geschlechterrelationen. Es wird gefragt, ob Geschlechterkonstruktionen in der Polizei in Bewegung geraten oder die Präsenz von Frauen eher zu einer Re-Traditionalisierung von Geschlechterarrangements führt. Die Untersuchung verbindet eine Strukturanalyse des aktuellen Wandels der Organisation „Polizei„ in den Bundesländern Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen (Dokumentenanalyse, Expertengespräche) mit einer Verbleibsuntersuchung von ausgewählten Jahrgängen von Frauen und Männern in zwei Präsidiumsbereichen (Statistiken, ersatzweise schriftliche Kurzbefragung) und einer qualitativen Erhebung, bestehend aus Expertengesprächen zu spezifizierten Geschlechterthemen, teilstrukturierten Interviews mit PolizeibeamtInnen und der Analyse organisationsinterner und -externer Diskurse über „Polizei und Geschlecht„ im Rahmen betrieblicher Fallstudien innerhalb der Präsidiumsbereiche. Diese Kombination soll verschiedene Ebenen des Wandels in der Polizei erfassen und Strukturdaten, Handlungskontexte sowie Wahrnehmungen, Deutungen und Bilder in der Thematisierung von „Geschlecht„ miteinander verbinden helfen. Auf diese Weise wird auch ein Beitrag zu der Frage erhofft, wie sich Geschlechtskonnotationen entwickeln und ggfs. auch auflösen.
