Die ökonomische Wirksamkeit und die gesellschaftliche Unsichtbarkeit von
Unternehmerinnen in der Bundesrepublik Deutschland 1945 - 1980
Leitung: Prof. Dr. Karin Hausen
ZIFG (Zentrum für Interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung), TU
Berlin, Franklinstr. 28-29, 10587 Berlin
e-mail: hausen(at)kgw.tu-berlin.de
Bearbeitung: PD Dr. Christiane Eifert
Fakultät für Geschichtswissenschaft, Universität Bielefeld, Pf. 10 01 31, 33501 Bielefeld
e-mail: ceifert@zedat.fu-berlin.de
Kurzbeschreibung
Zur Untersuchung der noch unbekannten Geschichte von Unternehmerinnen in
der Bundesrepublik Deutschland zwischen 1945 und 1980 bietet sich der
Verband deutscher Unternehmerinnen (VDU) als Ausgangspunkt an. Dies ist
die Organisation, in der sich Unternehmerinnen und Managerinnen seit
1954 unabhängig von den bestehenden Berufs- und Industrieverbänden
zusammenschlossen und die dem Weltverband von Unternehmerinnen beitrat.
Die VDU-Mitglieder verstehen sich selbst als Unternehmerinnen, ihre
Betriebe erfüllen Mindestanforderungen im Hinblick auf Jahresumsatz und
Beschäftigtenzahlen. Als Pilotstudie für ein umfangreicheres
Vergleichsprojekt erscheint es vielversprechend, zunächst die
VDU-Unternehmerinnen zu untersuchen. Das Ziel ist, deren soziale
Herkunft und Weg in die Unternehmensleitung, die Charakteristika ihres
wirtschaftliches Handelns, ihre Formen der Aneignung von Wissen und
Erfahrung sowie ihre Selbst- und Fremdwahrnehmung und schließlich ihr
wirtschafts- und verbandspolitische Handeln zu analysieren. Zu erwarten
sind Erkenntnisse über den Einfluss von Geschlechterstereotypen auf
generationelle Muster in Familienbetrieben sowie auf die Herstellung
sozialer Homogenität. Darüber können erste Erkenntnisse über den Prozess
der Vergeschlechtlichung von Arbeit in der Unternehmensleitung gewonnen
werden, einer professionellen, hochqualifizierten Erwerbstätigkeit, die
sich einerseits gegen Standardisierung und Normierung sperrt und
andererseits wie kaum eine andere Erwerbstätigkeit männlich geprägt ist.
Publikationsliste
