Bewegte Topographien – zur sozialräumlichen Konstitution hochmobiler Lebensstile
Marcel Endres
Im Spannungsfeld zwischen technologisch vermittelter Distanzüberwindung und - im Begriff der Globalisierung kulminierten - ökonomisch-kulturellen Entgrenzungsphänomen kommt Mobilität eine Schlüsselstellung bei der Beschreibung veränderter sozialer Raumerfahrungen zu. In der jüngeren Debatte um den Wandel gesellschaftlicher Räume wurde die stete Zunahme und Differenzierung von Mobilität(en) vielfach mehr oder weniger explizit mit einem fortschreitenden Bedeutungsverlust lokaler Bezüge gleichgesetzt. Auf der theoretischen Textur dieser „nomadischen“, „fluiden“ bzw. “strömenden“ Sozialräume scheinen die Lebenswirklichkeiten sozialer Subjekte mit je höherer Mobilität zugleich von zunehmender Ortlosigkeit bzw. Ortsunabhängigkeit geprägt zu sein.
Die Promotionsstudie geht der Frage nach, auf welche spezifische Weise in hochmobilen Milieus soziale Praktiken mit der Perzeption und Nutzung von Mobilisierungstechnologien verknüpft sind. Diese Hybridisierung von Kultur und Technik geht, so die Kernthese, mit einer tiefgreifenden Veränderung sozialräumlicher Kontexte einher, die keineswegs eine Auflösung lokaler Bindungen, sondern deren Transmission und Dynamisierung innerhalb konkreter Lebenszusammenhänge mit sich bringt. Auf der Basis qualitativer Interviews soll dieses spezifische Verhältnis von "roots and routes" im alltäglichen Erfahrungs- und Tätigkeitsfeld von hochmobilen Individuen anhand exemplarischer Studien identifiziert und die daraus resultierenden Raum- und Selbstbeschreibungen mit Mobilitätsdiskursen der jüngeren gesellschaftswissenschaftlichen Raumtheorie konfrontiert werden.
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