Die Passagierschifffahrt auf dem Atlantik (1840-1930)


Zielsetzung

Jahrhundertelang galt es im westlichen Kulturkreis als unumstößliche Tatsache, dass es gefährlich ist, eine Schiffsreise zu unternehmen. Ganz anders ist die Situation heute, in der die Kreuzfahrtbranche der wachstumsstärkste Zweig des Tourismus ist. In welchem Zeitraum vollzog sich der Wahrnehmungswandel, wie erklärt sich das positive Image von Schiffsreisen und welche Faktoren trugen dazu bei? Das Dissertationsprojekt geht von der Annahme aus, dass dieser Wandel das Ergebnis eines komplexen Zusammenspiels der drei Faktoren Raum, Imagination und Praxis war.

Raum

räumliche Wirksamkeit des Schiffsraums und seiner technischen Einrichtungen auf die Passagiere

Untersuchungsdesign: Der Begriff des "Komforts" und das hieraus abgeleitete Raumgestaltungskonzept mit den Komponenten der Schutzfunktion, der Entfaltungsmöglichkeiten sowie der Fürsorgefunktion für die Passagiere.

Imagination

Darstellungsweisen von Seereisen in Presseartikeln, Werbebroschüren und veröffentlichten Reiseberichten

Untersuchungsdesign: Konzept des "emplotment" von Hayden White

Praxis

soziale Praktiken, Interaktionen und Handlungsmuster der Reisenden an Bord

Untersuchungsdesign: Die Seereise als liminale Grenzerfahrung nach Victor Turner

Beispiel aus 'Imagination' in Presseartikeln



(aus: Hamburger Fremdenblatt Nr. 263 vom 9.11.1910)

Die romantische Fortschrittserzählung schilderte den heroischen Kampf und Sieg des menschlichen Erfindungsgeistes gegen die Natur. Dies wurde mit dem aus der ästhetischen Theorie des Erhabenen stammenden Topos der Größe veranschaulicht, der auf den technischen Bereich übertragen wurde. In Zeitungsartikeln ab Ende des 19. Jh. wurden Darstellungen von Schiffen immer beliebter, die diese in Vergleich zu Gebäuden an Land zeigten. Die hier abgebildete Illustration verstärkte den Topos der Größe, indem als Referenzpunkt die Statussymbole der hanseatischen Oberschicht, bürgerliche Stadthäuser, gewählt wurden. Die Reedereien übernahmen derartige Darstellungen in ihren Werbebroschüren.

Literatur

Berry, Christopher J. (1994): The idea of luxury. A conceptual and historical investigation. Cambridge [u.a.].

Crowley, John E. (1999): The Sensibility of Comfort. In: American Historical Review 104, H. 3, S. 749–782.

Rieger, Bernhard (2005): Technology and the culture of modernity in Britain and Germany, 1890 - 1945. Cambridge [u.a.].

Turner, Victor Witter (2009): Vom Ritual zum Theater - Der Ernst des menschlichen Spiels. Neuausg. Frankfurt [u.a.].

Wealleans, Anne (2006): Designing liners. A history of interior design afloat. London.

Weiland, Gerhard (2005): Tourismus zur See und Architektur von Kreuzfahrtschiffen. Berlin (zugl. Diss.).

White, Hayden (2000): Metahistory. The historical imagination in nineteenth-century Europe. [Nachdr. von 1973]. Baltimore.

Dagmar Bellmann
(zuletzt aktualisiert: 24.4.2012)

Graduiertenkolleg
Topologie der Technik
Technische Universität Darmstadt

Postadresse
Karolinenplatz 5
64289 Darmstadt

Besucheradresse Stipendiaten
Bleichstraße 2
(Gebäude S4|13, EG)

Telefon
+49 (0)6151-16-4986

Leitet Herunterladen der Datei einWegbeschreibung

 

Sprecherin
Prof. Dr. Petra Gehring
Institut für Philosophie
gehring(at)phil.tu-darmstadt.de
Telefon: +49 (0)6151-16-4626

Sprecher
Prof. Dr. Mikael Hård
Institut für Geschichte
hard(at)ifs.tu-darmstadt.de
Telefon: +49 (0)6151-16-3097

Koordination
Anne Batsche, Mo-Fr 10-15 Uhr
topologie(at)ifs.tu-darmstadt.de

Birgit Seibert, Di-Fr 9-14 Uhr
seibert(at)ifs.tu-darmstadt.de

Residenzschloss, Raum 321
(Gebäude S3|13, 3. Stock)
Telefon: +49 (0)6151-16-4933
Fax: +49 (0)6151-16-72043

A A A | Drucken Drucken | Impressum | Sitemap | Suche | Webmail | Kontakte | Lageplan | FB2 | TU
zum Seitenanfangzum Seitenanfang