Sicherheitsräume. Funktionspotentiale literarischer und filmischer Wissensformationen am Beispiel des Sicherheitsdiskurses im zivlen Luftverkehr

Annette Ripper

Die Welle der Entführungen von Verkehrsflugzeugen, die Ende der 1960er Jahre einsetzte, hat zu folgenreichen Aneignungs- und Auseinandersetzungsprozessen geführt. Sie betreffen die Rezeption in Medien, Literatur und Film ebenso, wie das Handeln der politischen Akteure der von den Entführungen betroffenen Ländern und die Veränderung der räumlichen Strukturen durch Sicherheitsmaßnahmen an Flughäfen durch gesetzliche Verordnungen international kooperierender Organisationen. Durch die Anschläge vom 11. September 2001 haben diese Prozesse einen neuerlichen Impetus erfahren, die darauf hindeuten, dass fiktionalen Bedrohungsszenarien von politischer Seite ein höherer Stellenwert eingeräumt wird. Ebenso lässt sich zeigen, dass die sicherheitstechnologischen Veränderungen an Flughäfen in der öffentlichen Wahrnehmung nach 9/11 mit Szenarien in dystopischen Science-Fiction-Romanen verglichen, bzw. durch diese vorgeprägt werden. In einer diskursanalytisch angelegten Studie soll an der Auseinandersetzung mit ausgewählten  Flugzeugentführungen die Entwicklung des Sicherheitsdiskurses in der Zivilluftfahrt in den 70er Jahren und nach 9/11 untersucht werden und daraufhin befragt werden, welcher Wandel sich vollzogen hat und wie sich die Ordnung des Diskurses in der räumlichen Struktur an Flughäfen (gezeigt am Beispiel Frankfurt Rhein/Main) fortschreibt. Damit verbunden ist die Frage nach den Funktionen, die fiktionale Bedrohungsszenarien in diesen Prozessen übernehmen. Der  Untersuchung liegt die Annahme zugrunde, dass durch die Aussagen der beteiligten Akteure nicht nur eine spezifische Auffassung von Sicherheit, sondern auch Raumvorstellungen geprägt und allererst entworfen werden, deren Strukturen einer hierarchischen, teilweise territorialen Raumlogik folgen.

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