Schöne neue (Büro)Welt? Das Wechselverhältnis von Raum, Technik und Arbeit in flexiblen Büroordnungen
Brigitte Petendra
Wie viele Lebensbereiche des Menschen durchdringt der technologische Fortschritt auch die Arbeitswelt. Insbesondere neue Informations- und Kommunikationstechnologien tragen dazu bei, dass sich die Arbeitswelt verändert. Jene Prozesse, die mit den Schlagwörtern „Informatisierung“ und „Flexibilisierung“ bezeichnet werden, stellen nicht nur neue Anforderungen an die Organisation von Arbeit, sondern auch an die Gestaltung des Arbeitsplatzes. Räumlich flexibel nutzbare Büros, ausgestattet mit modernster Technik, sollen in Zukunft der Flexibilisierung der Arbeitswelt gerecht werden und die Büroarchitektur prägen.
Eines der Leitbilder bei der Gestaltung flexibler Büros ist die Umsetzung flacher Hierarchien und selbstverantwortlicher Arbeit. Ein Zusammenhang zwischen räumlichen Strukturen, der Nutzung von Technologien und dem Einfluss auf soziale Strukturen, genauer dem Kontext zu Machtstrukturen im Arbeitsleben wird hierbei vorausgesetzt, ohne jedoch genauer auf die Qualität dieses Verhältnisses einzugehen. Ziel meines Dissertationsprojekts ist es daher, eine qualitative Untersuchung des Zusammenhangs von Raum, Technik und sozialen Strukturen am Arbeitsort durchzuführen.
Neben vereinzelten empirischen Studien lassen sich in den Sozialwissenschaften hierzu kaum Arbeiten finden. Daher ist dieses Dissertationsprojekt explorativ konzipiert. Anhand eines Vergleichs zweier Fallbeispiele in unterschiedlich gestalteten Büroräumen sollen soziale Strukturen mikrosoziologisch untersucht werden. Der Fokus liegt hierbei auf der sozialen Ordnung, d.h. dem Machtverhältnis zwischen den arbeitenden Personen, das exemplarisch zur Analyse des Gefüges Technik-Raum-Arbeit herangezogen wird.