Prof. Dr. phil. Gerhard Gamm
Professor für Praktische Philosophie
Kurzvita
Studium der Philosophie (Promotion 1979, Habilitation 1993), der Psychologie (Diplom 1976) und Soziologie in Tübingen und Frankfurt/M. Seit April 1997 Professor für Praktische Philosophie an der TUD, zuvor Professor für Ethik und Technikphilosophie an der TU Chemnitz.
E-Mail: gamm@phil.tu-darmstadt.de
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Forschungsschwerpunkte im Rahmen des Graduiertenkollegs
Gamms Studien zur Technik stehen im Kontext des Entwurfs einer Sozialphilosophie der modernen Welt; sie fragen nach dem Status und den Folgen jenes weitreichenden Registerwechsels, der auch die Technik erfasst hat: Sie weniger im Blick auf ihre instrumentelle Funktion hin zu betrachten (als Inbegriff der Mittel) als darauf, wie sie als "Medium" unser Selbst- und Weltverhältnis bestimmt, wie sie uns in besonderer Weise vor die Aufgabe des Umgangs mit dem Möglichen stellt. Im Rahmen des Graduiertenkollegs sind seine Schwerpunkte:
- Die Technisierung der menschlichen Natur und die Humanisierung der Technik
- Sprache, Wissen und Informationstechnologie
- Philosophische, wissenschaftliche und technische Aspekte der Unbestimmbarkeit (Überdeterminiertheit, Unberechenbarkeit, Ungewissheit und Risiko, Unentscheidbarkeit, Fraktalität usf.)
- Die Rolle der Einbildungskraft bzw. der Phantasie im Zusammenhang von Technisierungsprozessen
- Ethische Probleme und politische Konsequenzen, die mit den unterschiedlichen Technologien einhergehen, insbesondere Fragen danach, was Verantwortung angesichts soziotechnisch vernetzter Systeme bedeutet
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Jüngste Veröffentlichungen (u.a.)
- Der Deutsche Idealismus. Eine Einführung in die Philosophie
von Fichte, Hegel und Schelling. Stuttgart 1997.
- Nicht nichts. Studien zu einer Semantik des Unbestimmten. Frankfurt/Main:
Suhrkamp 2000. 338 S.
- Interpretationen. Hauptwerke der Sozialphilosophie. Koautoren A.
Hetzel und M. Lilienthal. Stuttgart Reclam 2001, 312 S.
- Wahrheit als Differenz. Studien zu einer anderen Theorie der Moderne.
Descartes - Kant - Hegel - Schelling - Schopenhauer - Marx - Nietzsche.
Berlin: Philo 2002. (1. Auflage 1986) 306 S.
- Der unbestimmte Mensch. Zur medialen Konstruktion von Subjektivität.
Berlin: Philo 2004. 249 S.
- Die Gesellschaft im 21. Jahrhundert. Perspektiven auf Leben, Arbeit
und Politik. Zus. mit A. Hetzel und M. Lilienthal. Frankfurt/Main
2004.
- Zwischen Anthropologie und Gesellschaftstheorie. Zur Renaissance
Helmuth Plessners im Kontext der modernen Lebenswissenschaften. Zus.
mit A. Manzei und M. Gutmann. Bielefeld 2005.
- Unbestimmtheitssignaturen der Technik. Eine neue Deutung der technisierten
Welt. Zus. mit A. Hetzel. Bielefeld 2005.
- Aufsätze:
- Technik als Medium. Grundlinien einer Philosophie der Technik. In:
G. Gamm, Nicht nichts. Studien zu einer Semantik des Unbestimmten.
Frankfurt/Main 2000. S. 275-287.
- Anthropmorphia inversa. Über die Medialisierung von Mensch und Technik.
In: Nicht nichts. A.a.O. S. 288-307.
- Wissen und Information. In: Nicht nichts. A.a.O. S. 192-207.
- Wissen als Informationskritik. In: thema FORSCHUNG – Information,
Wissen, Kompetenz. Hrsg.: Präsident der TU Darmstadt. 2/2000.
- Zeit des Übergangs. Zur Sozialphilosophie der modernen Welt. In:
Interpretationen. A.a.O. S. 7-27.
- Karl Marx, Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie. In: Interpretationen.
A.a.O. S. 29-56.
- Sigmund Freud, Das Unbehagen in der Kultur. In: Interpretationen.
A.a.O. S. 108-133.
- Cornelius Castoriadis, Gesellschaft als imaginäre Institution. In:
Interpretationen. A.a.O. S. 173-194.
- Pierre Bourdieu, Sozialer Sinn. In: Interpretationen. A.a.O. S.
225-248.
- ‚Aus der Mitte denken‘. Die Natur des Menschen im Spiegel der Bio-
und Informationstechnologien. In: Zeitschrift für Kritische Theorie.
Hrsg. von G. Schweppenhäuser. Heft 2/2001. S. 29-51.
- Menschliche und nichtmenschliche Wesen. Zur Wissenschafts- und Technikforschung
von Bruno Latour. In: Rechtshistorisches Journal. Hrsg. von Dieter
Simon. Frankfurt/Main 20/2001. S. 136-161.
- Der unbestimmte Mensch. Die gebrochene Mitte des Selbst als irreduzible
Lücke im Sein. In: Lettre International Berlin. Heft 57, II/2002.
S. 90-94.
- Perspektiven nachmetaphysischen Denkens. In: Philosophie der Dekonstruktion.
Zum Verhältnis von Normativität und Praxis. Hrsg. A. Kern, Ch. Menke.
Frankfurt/Main 2002. S. 103-125.
- Kritische Theorie nach ihrem Ende. In: Kritische Theorie der Natur
und der Technik. Hrsg. G. Böhme, A. Manzei. München 2003. S. 25-37.
- Fraktale Existenz. Was es heißt, ein Bewusstseinsinhaber zu sein.
In: Der entthronte Mensch. Hrsg. J. C. Schmidt, L. Schuster. Münster
2003. S. 282-312.
- Gibt es ein Kalkül des Schwebens? Die Einbildungskraft im Zeitalter
der Künstlichen Intelligenz. In: Fiktion und Imaginäres in Kunst,
Kultur und Gesellschaft. Hrsg. B. Wirkus. Konstanz 2003.
- Technisierung ohne Grenzen – Medium, Risiko, Inhumanität. In: Grenzen
und Grenzüberschreitung. XIX. Dt. Kongress für Philosophie. Kolloquienbeiträge.
Hrsg. W. Hogrebe. Bonn 2004.
- Die schwierige Moderne. Gesellschaftliche Zeitdiagnose der Darmstädter
Gespräche einst und jetzt. In: Die Gesellschaft im 21. Jahrhundert.
Perspektiven auf Arbeit, Leben und Politik. Hrsg. G. Gamm u. a. Frankfurt/Main
2004, S. 13-18.
- Die neuen Mitten. Subjekt und Natur in der Moderne. In: Die Gesellschaft
im 21. Jahrhundert, a.a.O. S. 196-209.
- Die Verbindlichkeit des Unergründlichen. Zu den normativen Grundlagen
der Technologiekritik. In: Zwischen Anthropologie und Gesellschaftstheorie.
Hrsg. A. Manzei, G. Gamm. Bielefeld 2005. S. 193-212.
- Nietzsches Begriff der Moderne. In: »Alle Welt ist medial geworden.«
Literatur, Technik, Naturwissenschaft in der Klassischen Moderne.
Hrsg. v. M. Luserke-Jacqui. Tübingen. 2005. S. 23-34.
- ‚Abgerissenes Bruchstück eines ganzen Geschlechts’. Anthropologie
in der Leere des zukünftigen Menschen. In: Philosophische Anthropologie
heute. Ein Streit über ihre Leistungsfähigkeit. Hrsg. von G. Lindemann,
H.-P. Krüger. Berlin 2006. S. 103-121.
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