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Graduiertenkolleg
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*1976 in Frankfurt/Main. 1995-2000 Studium der Volkswirtschaftslehre sozialwissenschaftlicher Richtung mit dem Schwerpunkt Soziologie an der Universität zu Köln. 2000-2003 berufstätig als Referentin für Finanzen und Jugendpolitik beim Bund Deutscher PfadfinderInnen e. V. und als Leiterin des Schweizer Banken Fonds bei der Claims Conference. 2003-2006 Stipendiatin des Graduiertenkollegs, Herbst 2005 Forschungsaufenthalt in den USA an der Pennsylvania State University. Sozialwissenschaftliche Interessenschwerpunkte: Arbeits-, Organisations- und Wirtschaftssoziologie, Soziale Ungleichheit und Lebenslaufforschung.
E-Mail: klug@ifs.tu-darmstadt.de
E-Mail: tina.klug@googlemail.com
[Zurück nach oben]Die spürbaren Veränderungen von Arbeitsstrukturen, Arbeitsorganisation
und Beschäftigungsverhältnissen während der letzten drei Jahrzehnte,
sowie die immer größer werdende Bedeutung der Informations- und Kommunikationstechnologien,
bilden den Ausgangspunkt und die Motivation des Dissertationsprojekts.
Die Untersuchung ist als empirisch fundierte Literaturrecherche angelegt.
Durch den Fokus auf die Rolle von Informations- und Kommunikationstechnologie
werden vor allem die in diesem Bereich spezialisierten Berufe in die
Analyse einbezogen. Die daraus resultierenden Ergebnisse werden durch
Informationen aus qualitativen Interviews mit Softwareentwicklern ergänzt.
Bei der konkreten Analyse wird die sich im Veränderungsprozess befindliche
Arbeit in die Bereiche Raum (Space), Arbeitsbedingungen (Work), Beschäftigungsverhältnissen
(Employment) und Zeit (Time) analytisch unterschieden. Diese ursprünglich
von Benner vorgeschlagene so genannte SWET Analyse dient einer systematischen
Betrachtung der genannten Veränderungen. Um den globalen Entwicklungstendenzen
in Ansätzen gerecht zu werden, werden Entwicklungen in Deutschland und
in den USA vergleichend in die Betrachtung einbezogen.
Die Untersuchung zeigt, dass viele aktuelle Analysen zur Flexibilisierung
von Arbeit zu kurz greifen. Dimensionen flexibler Arbeit beziehen sich
nicht nur auf interne und externe Flexibilisierung, sondern es müssen
räumliche, zeitliche, organisatorische und subjektive Flexibilisierungstendenzen
berücksichtigt werden, will man deren Auswirkungen in der Arbeitswelt
umfassend verstehen. Räumlich betrachtet existieren Flexibilisierungstendenzen
auf der Ebene des einzelnen Arbeitsplatzes (was sich in flexiblen Büroformen
widerspiegelt) bis hin zu Offshoring Aktivitäten global agierender Unternehmen.
Auf der Ebene der Arbeitsbedingungen spielen vor allem veränderte Kommunikationsstrukturen
und die Notwendigkeit des Lebenslangen Lernens eine entscheidende Rolle
für die Bedeutung flexibler Arbeitsaufgaben. Der Bereich flexibler Beschäftigungsverhältnisse
sowie flexibler Arbeitszeit ist schon häufiger Gegenstand empirischer
Untersuchungen gewesen. Hier kann vor allem die besondere Rolle von
Informations- und Kommunikationstechnologien aufgezeigt werden.
Die vorliegende Untersuchung bietet einen aktuellen Überblick über die
Dimensionen und Konsequenzen flexibler Arbeit in Deutschland und in
den USA. Dabei wird deutlich, dass insbesondere Auswirkungen auf subjektiver
Ebene bislang kaum in den Analysen gesellschaftlicher Veränderungsprozesse
berücksichtigt wurden. Dieser Aspekt konnte in dieser Arbeit nur in
ersten Ansätzen einbezogen werden. Weitere Forschung auf dieser Ebene
erscheint jedoch wichtig und aufschlussreich, will man die aktuellen
Wandlungsprozesse in ihrer Komplexität umfassend verstehen.