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Graduiertenkolleg
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* 1972 in Wiesbaden. 1995-1998 Studium der Soziologie an der TU Darmstadt. Nach dem Vordiplom Fortsetzung des Soziologiestudiums an der J.W.G. Universität Frankfurt. Diplomarbeit über Vertrauensbeziehungen zwischen betrieblichen Experten und Top-Management. Diplom im Juni 2002. Seit April 2003 Stipendiat im Graduiertenkolleg "Technisierung und Gesellschaft" in Darmstadt.
E-Mail: kels@ifs.tu-darmstadt.de oder peterkels@gmx.de
[Zurück nach oben]Ressourcenorientierte Strategien der Personalentwicklung und internen Qualifizierung prägen die gegenwärtige Personalpolitik innovationsorientierter Unternehmen, waren aber bislang kaum Gegenstand soziologischer Forschung und Diskussion. Das innerbetriebliche Human Resource Management übernimmt eine Scharnierfunktion zwischen organisationalen Zielen und subjektiven Fähigkeiten und Bereitschaften: Sozial-kommunikative und quasi-unternehmerische Handlungskompetenzen sowie erfolgs-, flexibilitäts- und leistungsbezogene Arbeitshaltungen sind entscheidende subjektive Voraussetzungen für eine dezentrale und wissensbasierte "Selbststeuerung" von Arbeits- und Projektgruppen. Mittels diskursiver, evaluativer und normalisierender Sozialtechnologien der Personalführung und Kompetenzentwicklung ("immaterielle Technologien") sollen sie entwickelt werden. Damit scheint eine "produktive" Entfaltung bzw. "Formung" des subjektiven Arbeitsvermögens qualifizierter Beschäftigtengruppen im Sinne betrieblicher Strategie möglich. Der Prozess der Vermittlung genannter Kompetenzen und Arbeitsorientierungen durch Führungskräfte, Personalentwickler und betriebliche Weiterbildner und deren Aneignung durch unterschiedliche Beschäftigtengruppen in wissensintensiven Bereichen ("Wissensarbeiter") ist ein wesentliches Moment der "Subjektivierung" von Arbeit und steht im Zentrum dieser empirischen Untersuchung. Subjektivierung wird dabei weder einseitig als Resultat normativer Ansprüche von Beschäftigten an ihre Arbeit betrachtet noch als ein aus betrieblichen Anforderungen und Handlungszwängen ableitbares Produkt. Sie wird vielmehr als ein konfliktbehaftetes betriebliches Produktions- und subjektives Aneignungsverhältnis untersucht: eine zentrale Untersuchungshypothese lautet, dass betriebliche Strategien und Sozialtechnologien der Herstellung und Formung individueller Kompetenzen, Arbeitshaltungen und Selbstbilder auf vielfältige subjektive Aneignungsmuster treffen, die ihrerseits durch spezifische Interessen- und Identitätskonstellationen, beruflich-professionelle Orientierungsmuster sowie habitualisierte und kollektiv geregelte Arbeitsroutinen strukturiert werden. Wie weitreichend ist demzufolge die durch immaterielle Technologien beanspruchte "Formung" subjektiver Fähigkeiten, Interessen, Identifikationen und Motivationen? Wie erleben und bewerten Beschäftigte den "Zugriff" auf ihre Subjektivität und wie gehen sie damit um? Entsteht ein neuer Sozialtypus des abhängig Beschäftigten, welcher sich wechselnden betrieblichen Anforderungen an Kompetenz, Wissen, berufliche Selbstbilder und Arbeitsorientierungen anpasst bzw. diese als eigenen Interessen und Identitätsprojekten kongruent erlebt oder zeichnen sich subjektive oder kollektive Konfliktlinien im Betrieb ab, die genannten Technologien deutlich Grenzen setzen?
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