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Graduiertenkolleg
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Geboren 1965 in Düsseldorf. 1985-1991 Studium der Physik an der RWTH Aachen, Abschluß als Diplomphysikerin. Seit 1987 Tätigkeit als freie Wissenschaftsjournalistin, hauptsächlich für den Wissenschaftsteil der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. 1994-1999 Pressearbeit für die Deutsche Physikalische Gesellschaft. 2000-2002 Studium der Geschichte an der TU Darmstadt. 2001-2004 Dissertation in Wissenschaftsgeschichte, gefördert durch ein Landesstipendium der TU Darmstadt und ein Stipendium des Graduiertenkollegs "Technisierung und Gesellschaft" an der TU Darmstadt. Seit Juli 2004 Bearbeitung eines DFG-Forschungsprojektes zur Serumforschung und Serumprüfung (1890-1919) am Institut für Geschichte der Medizin an der Universität Heidelberg.
E-Mail: anne.hardy@t-online.de
[Zurück nach oben]Im 19. Jahrhundert stellten die Industrialisierung und das rasche Wachstum der Städte neue Herausforderungen an die öffentliche Gesundheitspflege. Ausgelöst durch die Cholera, die in den dreißiger Jahren aus Indien eingeschleppt wurde, begann sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine Hygienebewegung zu formieren. Unter Federführung von Ärzten interessierten sich bald auch Städteplaner, Verwaltungsbeamte, Wasserbauingenieure, Architekten und Lehrer für die "Lehre der Anwendung der Erfahrungen aus allen Gebieten der Naturwissenschaften auf das öffentliche Leben im Interesse der Gesundheit der Menschen". In der Dissertation wird die These vertreten, dass die Einführung wissenschaftlicher Methoden in die öffentliche Gesundheitspflege und insbesondere Kochs bakteriologische Methoden, einen wesentlichen Beitrag zur Professionalisierung der Ärzte leistete. Ziel der Untersuchung ist es, herauszufinden wie und warum bakteriologische Methoden von den Hygienikern in ihre Forschungsarbeit integriert wurden.
Zentral bei der Beschreibung dieses Prozesses ist der Begriff der Aneignung. Er wird beispielsweise in der Technikgeschichte dazu verwendet, den Umgang von Laien mit Technik als einen dynamischen Prozeß zu beschreiben, in dem kulturelle und soziale Aspekte mit über die Bedeutung und den Gebrauch eines technischen Artefakts entscheiden. In der Dissertation wird gezeigt, dass auch Wissenschaftler (die Hygieniker) neue Ideen (die Bakterientheorie) nicht unverändert übernehmen, sondern sie so umdeuten, dass sie gewinnbringend im Kontext der eigenen Forschungsziele anwendbar sind. Untersucht werden die Strategien der Aneignung sowohl auf einer praktischen als auch auf einer kognitiven Ebene.
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