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Graduiertenkolleg
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* 1968 in Hilden (NRW). Von 1989 bis 2000 Studium der Elektrotechnik und Philosophie an der TU Darmstadt. Mitinitiator des Arbeitskreise "Videoüberwachung und Bürgerrechte" (www.ak-videoueberwachung.de ), dessen Gründung sich im Kontext der (Redaktions-)Arbeit an der FIfF-Kommunikation 01/2002 (Schwerpunkt Videoüberwachung) ergab. Seit April 2002 Kollegiat und seit November 2002 Stipendiat des Graduiertenkollegs.
E-Mail: frehe@gk-fb2.tu-darmstadt.de
[Zurück nach oben]Die Studie untersucht die zunehmende Durchdringung der Gesellschaft mit Kontrolltechniken anhand der Videoüberwachung öffentlich zugänglicher Plätze (CCTV).
Die sich in ein breites Set optischer Überwachungsmöglichkeiten einordnende Videoüberwachung wird immer mehr zu einem Alltagsphänomen. Die trefflich als 'Industrialisierung der Observation' beschreibbare Videoüerwachung macht die systematische Beobachtung großen Stils möglich, wodurch Anonymität gegenstandslos werden könnte. Eine kritische Diskussion um eine sich in dieser Hinsicht verselbständigende Überwachungsinfrastruktur entzündet sich insbesondere an den Auswirkungen, die Videoüberwachung haben könnte. Eine lückenlose Überwachung beeinträchtigt lt. BVerfG nicht nur die individuellen Entfaltungschancen des Einzelnen, sondern auch das Gemeinwohl eines auf Handlungs- und Mitwirkungsfähigkeit seiner Bürger begründeten freiheitlichen demokratischen Gemeinwesens. Weiter stellen sich Fragen wie: Wann schlägt Quantität in Qualität/ Totalität um? Was heißt es, sich in einem Raum der völligen Sichtbarkeit und Kontrolle zu bewegen?
Im 1. Teil dieser Studie wird die voranschreitende Durchdringung des sozialen Lebens mit Überwachungstechniken beschrieben. Die Weisen der Realisierung von Videoüberwachungssystemen, die technischen Möglichkeiten (Automatisierung, Biometrie/Gesichtserkennung) sowie der rechtliche Rahmen werden dargestellt. Zudem geht es um die Einordnung der Diskussionen in den näher zu charakterisierenden Diskurs um Innere Sicherheit. Im 2. Teil werden die Auswirkungen der Kontrolltechnologien auf das Selbst- und Weltverhältnis bis hin zum sozialen Zusammenleben und seine politische Gestaltung untersucht. Einerseits soll mit der zeitdiagnostische Einbettung des Prozesses geklärt werden, warum in der 'Kontrollgesellschaft' das Wuchern der Videokameras hingenommen bis nahezu begrüßt wird. Andererseits soll das Unbehagen an der Videoüberwachung auf den Begriff gebracht werden. Diese Fragestellung wird anhand der Konzepte der Alterität (Lévinas/Bauman) und der 'leeren Mitte des Selbst' (Gamm) sowie der Theorie radikaler Demokratie (Laclau/Zizek) verfolgt. Die Studie versucht, den Fragen der Sicherheit auf der Basis einer sich als offen verstehenden Gesellschaft nachzugehen und von hier aus mögliche Ansatzpunkte einer Kritik zu entwickeln.
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