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Graduiertenkolleg
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*1970. Studium der Soziologie an der Universität Bielefeld und Edinburgh (GB) mit den Schwerpunkten Risiko- und Techniksoziologie. 1998 Diplom. Seit Januar 2000 Stipendiat des Graduiertenkollegs.
E-Mail: Christian.Buescher@uni-bielefeld.de
[Zurück nach oben]Die Jahr-2000-Problematik in der Informationstechnik: Welche Konsequenzen hat die fortschreitende Technisierung gesellschaftlicher Kommunikation?
Im Zentrum des soziologischen Dissertationsvorhabens steht die Jahr-2000-Problematik. Es sollen mit Hilfe soziologischer Theorien und Methoden zwei Aspekte der Problematik beleuchtet werden:
Erstens sind durch den Einsatz moderner Informationstechnik die Möglichkeiten von Wirtschafts- und Verwaltungsprozessen enorm gesteigert worden. Gleichzeitig ist aber auch der wirtschaftliche und politische Aufwand zur sicheren Aufrechterhaltung dieser Prozesse enorm gestiegen. Das Jahr-2000-Problem zeigt, wie ein banales technisches Problem gewaltige Auswirkungen haben kann. Die Gesellschaft scheint sehr anfällig zu sein für Störungen aus ihrer technischen Umwelt. Sie ist offensichtlich sehr stark abhängig von Informationstechnik, aber zu großen Teilen nicht auf diesen Umstand vorbereitet. Die rasend schnelle Verbreitung der elektronischen Datenverarbeitung hat scheinbar die Risiken und Gefahren einer immer weiter gesteigerten Technisierung gesellschaftlicher Kommunikation überlagert. Ungläubigkeit, Staunen und Paralyse haben anfangs die Wahrnehmung der Jahr-2000-Problematik bestimmt.
Damit wird die Aufmerksamkeit auf den zweiten Aspekt gelenkt, der bestimmt ist durch die Unsicherheit im Umgang mit dieser Problematik. Anders gesagt, bei der Jahr-2000-Problematik handelte es sich in zentraler Weise um ein Entscheidungsproblem. Wie erklären sich die starken Unterschiede in der Wahrnehmung, Bewertung und Bewältigung der Problematik und welche Konsequenzen werden im nachhinein aus den zurückliegenden Ereignissen gezogen?
Diese Untersuchung konzentriert sich also auf zwei Kernpunkte des Problems: Die Komplexität der Jahr-2000-Problematik und der Umgang mit dieser Komplexität. Erstens wird vermutet, dass neben der technischen vor allem auch die soziale Komplexität den Umgang mit der Problematik erschwert hat. Diese Konstellation des Nebeneinanders einer technischen und einer sozialen Welt, soll hier angedeutet werden, um daraus einige Rückschlüsse auf den unterschiedlichen Umgang mit der Problematik ziehen zu können. Daran anschließend wird zweitens versucht, unterschiedliche Muster der Wahrnehmung und Bewältigung der zurückliegenden Ereignisse zu rekonstruieren. Das verspricht Erkenntnisse darüber, wie Organisationen trotz großer Unsicherheiten zu Entscheidungen gelangen.
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