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Graduiertenkolleg
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Beschreibung des Promotionsprojekts:
Simulationstechniken in der Technikentwicklung
Computergestützte Simulationstechniken haben innerhalb der letzten Jahre für die Entwicklung von Technik stark an Bedeutung gewonnen. Dies hat sowohl in der Lehre als auch in der industriellen Praxis erhebliche Umstrukturierungen ingenieurwissenschaftlichen Arbeitens nach sich gezogen. Auf jeder Ebene der Entwicklung neuer Technologien von der grundlegenden Erforschung technisch relevanter physikalischer Vorgänge, wie Verbrennungen oder Strömungen, bis zur Analyse des Verhaltens fertiger technischer Artefakte, z.B. von Automobilen in Crash-Tests werden Computersimulationen eingesetzt. Jede dieser Simulationen beruht auf Modellen der behandelten Weltausschnitte, die mit unterschiedlichen Verfahren erstellt und dann in Digitalrechnern implementiert werden. Die These dieser Arbeit ist es, dass sich die Art und Weise, wie für Computersimulationen Weltausschnitte formalisiert werden, in der Struktur der dabei entwickelten technischen Systeme niederschlägt. Dieses Phänomen wird nicht als logische Folge aus dem Stand der Technik, sondern als Ausdruck einer Umschichtung gesellschaftlich-technischer Strukturen aufgefasst. Die Modellierung interpretiere ich dabei als Dekontextualisierung, bei der durch Grenzziehungen Objekte konstruiert und geordnet werden. Der Computer fungiert hier als Labor, in dem speziell zugerichtete Welten untersucht werden. Dabei strukturieren die Modellierungsansätze, insbesondere wenn sie über fertige Software-Werkzeuge eingesetzt werden, das Wissen, das in die Technikentwicklung eingebracht werden kann. Als eine Rekontextualisierung wird die Erzeugung von Simulationsbildern, die als Repräsentationen von Welt eine neue Qualität gegenüber früheren technisch motivierten Abbildungstypen aufweisen, untersucht. Die wesentliche Ausweitung des Computerlabors auf die Welt ist jedoch die Implementierung der technischen Artefakte, die aus der Computersimulation hervorgegangen sind. Damit diese simulationsgemäß funktionieren, muß ihre Umgebung entsprechend umgeformt werden. Diese Sichtweise auf simulationsbasierte Technikentwicklung wird in der Dissertation an drei Modellierungsverfahren entwickelt.