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Graduiertenkolleg
Technisierung und Gesellschaft

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Gabriele Purr
Kurzvita:
*1963, ab 1982 Ausbildung zur staatlich geprüften Wirtschaftskorrespondentin, Berufstätigkeit, ab 1989 Studium der Germanistik und Computerlinguistik an der Universität des Saarlandes. Thema der Magisterarbeit: "Metaphorische Konzeptualisierung von Krieg. Untersuchungen zur Darstellung des Golfkriegs in deutschsprachigen Zeitungen".

Beschreibung des Promotionsprojekts:

Vom Text zum Hypertext

Die Literaturwissenschaft  wird durch multimediale Hypertexte vor neue, spannende Herausforderungen gestellt. Zum einen ist ein interessantes neues Genre entstanden, die sogenannte Internet-Literatur (Hyperfictions). Sie nutzt die Möglichkeiten des Internets als Stilmittel, so z.B. Technik, Interaktivität und Kommunikation. Auf der anderen Seite sehen z.B. poststrukturalistische Theoretiker im Hypertext die Befreiung des Lesers von den Zwängen des gedruckten Textes. Die eingeübten Handlungsrollen des Autors, des Distributors, des Verarbeiters und des Rezipienten sind zur Disposition gestellt. Ob und inwiefern Hypertext tatsächlich  die neuen Theorien von Lesen und Schreiben verkörpert, wird im allgemeinen kontrovers diskutiert. Die Bandbreite reicht von kulturpessimistischen Kritiken bis hin zu technikeuphorischen Hoffnungen.
Tatsache ist aber, dass der Ausdruck �Hypertext" kein klares Konzept bezeichnet, als vielmehr verschiedene Visionen von künftigen Schreib- und Lesetechnologien. Ziel der Dissertation ist es deshalb, zu erarbeiten, inwieweit eine Textwissenschaft überhaupt in der Lage ist, diese Neukonzeptualisierung des Autor-Text-Leser-Modells begrifflich zu fassen. Ein besonderer Stellenwert kommt in diesem Zusammenhang den Hyperfictions zu. Sie scheinen tatsächlich die Selbstreflexion des Leseprozesses herauszufordern und können auf diese Weise Erkenntnisse über kognitive Vorgänge vermitteln.