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Graduiertenkolleg
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Beschreibung des Promotionsprojekts:
Vom Text zum Hypertext
Die Literaturwissenschaft wird durch multimediale Hypertexte vor
neue, spannende Herausforderungen gestellt. Zum einen ist ein interessantes
neues Genre entstanden, die sogenannte Internet-Literatur (Hyperfictions).
Sie nutzt die Möglichkeiten des Internets als Stilmittel, so z.B.
Technik, Interaktivität und Kommunikation. Auf der anderen Seite sehen
z.B. poststrukturalistische Theoretiker im Hypertext die Befreiung des
Lesers von den Zwängen des gedruckten Textes. Die eingeübten
Handlungsrollen des Autors, des Distributors, des Verarbeiters und des
Rezipienten sind zur Disposition gestellt. Ob und inwiefern Hypertext tatsächlich
die neuen Theorien von Lesen und Schreiben verkörpert, wird im allgemeinen
kontrovers diskutiert. Die Bandbreite reicht von kulturpessimistischen
Kritiken bis hin zu technikeuphorischen Hoffnungen.
Tatsache ist aber, dass der Ausdruck �Hypertext" kein klares Konzept
bezeichnet, als vielmehr verschiedene Visionen von künftigen Schreib-
und Lesetechnologien. Ziel der Dissertation ist es deshalb, zu erarbeiten,
inwieweit eine Textwissenschaft überhaupt in der Lage ist, diese Neukonzeptualisierung
des Autor-Text-Leser-Modells begrifflich zu fassen. Ein besonderer Stellenwert
kommt in diesem Zusammenhang den Hyperfictions zu. Sie scheinen tatsächlich
die Selbstreflexion des Leseprozesses herauszufordern und können auf
diese Weise Erkenntnisse über kognitive Vorgänge vermitteln.