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Graduiertenkolleg
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Geboren 1971. 1993-1995 Studium der Informatik; 1995-2003 Studium der Philosophie, Soziologie und Germanistik an der Technische Universität Darmstadt. (Thema der Magisterarbeit: Ideologie und Subjekt. Althusser - Lacan - Zizek.)
E-Mail: heil@phil.tu-darmstadt.de
Homepage: www.demokratietheorie.de
e-magazin: Sic et Non. Online Zeitschrift fuer Philosophie und Kultur
Portalseite: Transhumanismus
Motivation und Zielsetzung
Ziel des Projektes ist die kritische Darstellung des transhumanistischen Diskurses und die Aufweisung seiner Relevanz für die zunehmende Technisierung der Gesellschaft. Rekonstruiert werden die Vorläufer des Transhumanismus – unter anderen die Ansätze von Sir Julian Sorell Huxley, Teilhard de Chardin und J.B.S. Haldane. Die für den Diskurs des Transhumanismus entscheidenden Technologien (Gentechnologie, Nanotechnologie, AI- und AL) werden in ihren Grundzügen dargestellt und auf ihre phantasmatischen Gehalte hin untersucht. Der Diskurs des zeitgenössischen Transhumanismus wird anhand der beiden organisatorischen Zentren der Bewegung, der World Transhumanist Association und des Extropy-Instituts, nach gezeichnet und einer Analyse unterzogen. Besonders berücksichtigt werden auch die Argumentationen der dem Transhumanismus kritisch begegnenden Autoren – Jürgen Habermas, Francis Fukuyama, Leonard Kass und Bill McKibben. Es wird aufgezeigt, dass diese Kritiker einer zunehmenden Technisierung des Menschen und seiner Gesellschaft ihr Ziel verfehlen und auf der Basis überholter Ontologien argumentieren. Entscheidend ist, dass auch die Vertreter des Transhumanismus über weite Strecke Anhänger von überholten rationalistischen und ganzheitlichen Vorstellungen bleiben und gerade die Positionen, die versuchen, dass Verhältnis zwischen Mensch/Gesellschaft und Technik neu zu denken – Bruno Latour, Donna Haraway, Francois Lyotard, Ernesto Laclau, Gerhard Gamm, Slavoj Zizek u.v.m. – nicht rezipiert bzw. sogar in aggressiver Form abgelehnt werden.
Methodik und Gliederung der Arbeit
Zur Umsetzung dieser Zielsetzung wurde der Diskurs des Transhumanismus mit dem diskurstheoretischen Instrumentarium Ernesto Laclaus und dem ideologiekritischen Ansatz Slavoj Zizeks untersucht. Innerhalb des erstens Hauptteils der Arbeit werden die transhumanistischen Vorläufer, die zeitgenössischen Transhumanismen und die Positionen der öffentlichkeitswirksamsten Kritiker rekonstruiert. Der zweite Hauptteil entwickelt die analytische Position der Arbeit (Laclau/Zizek) und wendet diese auf die Ergebnisse des ersten Hauptteils an. In einem dritten Teil wird versucht, theoretische Alternativen aufzuweisen, die einen produktiven Umgang mit den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts ermöglichen. Im Mittelpunkt stehen hier die Arbeiten Francois Lyotards zum Inhumanen und die technikphilosophischen Überlegungen Slavoj Zizeks.
Ergebnisse
Als bisheriges Ergebnis der Studie lässt sich festhalten, dass das transhumanistische Weltbild auf durchaus konservativen ontologischen und epistemologischen Grundannahmen fußt und in diesem Bereich weit hinter der aktuellen philosophischen Diskussion zurückbleibt. Selbiges lässt sich auch für die Hauptkritiker des Diskurses festhalten. Gerade dieser Umstand verleiht dem Transhumanismus (wie seinen Kritikern) eine recht hohe Anschlussfähigkeit an lebensweltliche Diskurse, da kein prinzipielles Umdenken erforderlich scheint, um Positionen des Transhumanismus verstehen zu können. Weder der Transhumanismus noch deren Kritiker können den Herausforderungen gerecht werden vor die uns die zunehmende Technisierung der Gesellschaft stellt.
Zusammenfassung und Ausblick
Da weder der Transhumanismus noch dessen Kritiker eine wirkliche Antwort auf die mit der Technisierung der Gesellschaft verbundenen drängenden Fragen geben können, ist es notwendig, alternative Konzepte zu entwickeln. Ohne Berücksichtigung der aktuellen Theoriearbeit in den Geistes- und Sozialwissenschaften und den Bemühungen, hybride Ontologien zu gestalten, die einen anderen Zugriff auf Mensch, Gesellschaft und Technik erlauben, schreibt der Transhumanismus – wie auch seine Kritiker – lediglich das Bestehende fort. Die vom Transhumanismus adressierten Fragen und Probleme sind von großer gesellschaftlicher Relevanz. Sie lassen sich aber im Kontext des bestehenden Transhumanismus nicht sinnvoll lösen.
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