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Graduiertenkolleg
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*1966. Studium der Informatik und Wirtschaftswissenschaften an der Universität Kaiserslautern. Begleitende Studien in Philosophie der Technik und Naturwissenschaften. Von 1996 bis 2001 Mitarbeiter am ZIT an der TU Darmstadt. Seit Oktober 1998 Mitglied im Graduiertenkolleg, zunächst als Kollegiat - mit dem Wechsel an das Institut für Informatik (Bereich Informatik in Bildung und Gesellschaft) der Humboldt-Universität zu Berlin von Oktober 2001 bis April 2004 assoziiertes Mitglied.
E-Mail: bittner@informatik.hu-berlin.de
[Zurück nach oben]Ziel des Dissertationsprojektes ist es, eine Kritische Theorie der Informatik - zumindest in Ansätzen - zu entwickeln, die versucht sowohl wissenschaftsphilosophische als auch gesellschaftskritische Elemente der Analyse der informatisierten Gesellschaft zu integrieren. Im Zentrum des Vorhabens steht die kritisch-dialektische Analyse von Theoriebildung bezogen auf die Wissenschaftsdisziplin Informatik. Es geht nicht darum der Informatik, eine geeignete "moderne" Definition zu geben, sondern ihre Denk- und Handlungsmuster in ihren gesellschaftlichen Bezügen zu erschließen und für die Selbstverständigungsdebatte in der Informatik nutzbar zu machen.
Ausgehend von einer Auseinandersetzung mit dem Thema Technik bezogen auf die Kritische Theorie wird - aufbauend auf die Arbeiten von Andrew Feenberg - eine dialektische Tiefenstruktur informatischen Handelns entwickelt, die als Orientierungsrahmen für die weiteren Analysen genutzt werden kann. Kritisch werden Strukturvorstellungen von Informatik im historischen Entstehungs- und Begründungskontext überprüft. Warum haben sich bestimmte Sichtweisen von Informatik, bestimmte Denk- und Handlungsmuster etabliert? Warum andere nicht, obwohl sie aus heutiger Sicht angemessener erscheinen mögen. Dabei wird vor allem die deutschsprachige Diskussion betrachtet, die Entwicklungen in den USA und in Skandinavien werden - wo notwendig für Erklärungen - exkursorisch herangezogen.
Nach diesem wissenschaftsphilosophisch bzw. wissenschaftshistorisch geprägten Teil des Projektes, geht es bei den gesellschaftskritischen Betrachtungen darum, Elemente zu finden, die eine "Demokratisierung" des Faches stützen. Hier sind Leitvorstellungen einer Allgemeinen Informatik in Anlehnung an Hartmut von Hentig, wie auch einer technischen Allgemeinbildung hilfreich. Für den Erfolg solcher Ansätze ist aber unerlässlich, ein tieferes Verständnis darüber zu erlangen, wie sich Gesellschaft in und mit der Informatisierung verändert. Kategorien für diese Analyse sind: Wissen, Macht und Subjektivierung. Wenn man nun Beteiligung/Partizipation - im Sinne der Demokratisierung - für die Gestaltung von Informatik-Systemen fordert, dann muss hierfür auch einer methodischer Rahmen zur Verfügung stehen. Grundlegend wird hier die Frage sein, wie verschiedene Sichtweisen (Perspektiven) in der systemischen Gestaltung zu Wort kommen können, wenn doch die der Informatik zugrundegelegte Logik im wesentlichen ortlos ist, also Perspektiven nicht integrieren kann. Wie kann hier ein begrifflich-kontextuelles Verständnis von Logik und Informatik helfen?
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