Projekttitel: Marktliche und verbandliche Professionalisierungsstrategien. Restrukturierung und Feminisierung der Unternehmensberatung
Leitung: Prof. Dr. Hedwig Rudolph
Bearbeiterin: Jana Pannewitz
Kontaktadresse: Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB)
Abteilung "Organisation und Beschäftigung"
Reichpietschufer 50
10785 Berlin
Tel.: 030/25 491-106/7
Fax: 030/25 491-118
e-mail: rudolph(at)wz-berlin.de
pannewitz(at)wz-berlin.de
Kurzbeschreibung des Projektes:
Das Forschungsvorhaben setzt sich mit der Frage auseinander, unter welchen Bedingungen einer steigenden Zahl qualifizierter Frauen in dem expandierenden Feld "Unternehmensberatung" berufliche Positionen und Karrieren offen stehen. Zentrale Rahmenbedingungen konstituieren die wirtschaftlichen Internationalisierungsprozesse, die einerseits die (potentiellen) Tätigkeitsfelder von Unternehmensberatungen erweitern, andererseits aber auch die Konkurrenz verschärfen und daher den Unternehmen die Überprüfungen ihrer strategischen Ziele und deren operativen Umsetzungen nahelegen. Ein wichtiges Defizit - so die Annahme - stellt der fehlende Professionsstatus der Unternehmensberater dar, d.h. es gibt keine verbindliche Festlegung ihrer Zuständigkeit für die Lösung spezifischer gesellschaftlicher Probleme sowie keine klaren Vorgaben für Qualifikationsvoraussetzungen und Gütestandards ihrer Dienstleistungsangebote. Von den beiden in diesem Zusammenhang komplementären Strategien - unternehmensspezifische Profilierung und aktive Professionalisierungspolitik - steht erstere hauptsächlich großen Unternehmen offen, letztere ist auf die Kooperation mit standespolitischen Verbänden angewiesen. Das Forschungsvorhaben will klären, ob eher die unternehmensspezifischen oder aber die professionspolitischen Strategien günstigere Voraussetzungen dafür schaffen, daß Frauen die in den Umbrüchen der Internationalisierungsprozesse angelegten Chancen im Unternehmensberatungssektor zu ihren eigenen machen können. Die Analyse stellt sich auch die Aufgabe zu überprüfen, inwieweit die historisch wie aktuell unterschiedlichen Bedingungen in den neuen Bundesländern Differenzen in den Professionspolitiken und oder deren Ergebnissen zeitigen. Der theoretische Rahmen verbindet die Systemtheorie der Profession (Abbott) mit gendersensiblen Ansätzen der Professionsforschung sowie Organisations- und Segmentationstheorien. Als methodische Zugänge werden Expertengespräche in Unternehmen und Verbänden mit schriftlichen Umfragen bei Unternehmensberatungen verschiedener Größen und in unterschiedlichen Geschäftsfeldern kombiniert. Der Unternehmenszugang über die Verbände ist gesichert.
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