Stand der Forschung

Von der Forschung über Frauen zur Forschung über das Geschlechterverhältnis
Profession und Professionalisierung
Beschäftigungsorganisationen im sozialen Wandel

 

 


Theoretisch-konzeptionelles Innovationspotential

Die Projekte des Schwerpunktes sollen Forschungsdefizite beheben hinsichtlich der sozialen Konstruktion von gendering - und zwar bezogen auf aktuelle und historische Prozesse.
Die Projekte des Schwerpunktes sollen die „kritische Masse" zur Entwicklung einer „gendersensiblen" Forschung in den Sozialwissenschaften generieren.
Die Projekte des Schwerpunktes sollen theoretische und empirische Perspektiven in zentralen sozialwissenschaftlichen Forschungsfeldern differenzieren und erweitern.

Zu den tiefgreifenden Veränderungen gesellschaftlicher Verhältnisse in den neunziger Jahren in Deutschland - und ähnlich in den meisten westlichen Industriegesellschaften - gehört die Tatsache, daß die Trennlinien zwischen den Geschlechtern im Umbruch sind. Die tradierte geschlechtsspezifische Arbeitsteilung erleidet massive Legitimitätsverluste; sowohl auf der Ebene alltäglichen Handelns als auch auf der Ebene normativer Zuschreibungen, Handlungsinterpretationen und Klassifikationsschemata zeichnen sich Brüche und Veränderungen ab. Es wäre verfehlt, wollte man hierfür nach monokausalen Erklärungen suchen, stehen die beobachteten Verschiebungen und Revisionen im Geschlechterverhältnis doch in Zusammenhang mit übergreifenden gesellschaftlichen Entwicklungen: die Verallgemeinerung marktwirtschaftlicher Produktion und Distribution im nationalen wie im Weltmaßstab gehört dazu, die Bildungsexpansion, tiefgreifende Demokratisierungsprozesse, das Reflexivwerden der Kultur der Moderne und anderes mehr. Gleichwohl ist festzuhalten, daß der enorme Anstieg der Bildungsbeteiligung von Mädchen und jungen Frauen, insbesondere in den Ausbildungsgängen für hochqualifizierte Berufe, und die anschließende langfristige Ausübung dieser Berufe ein zentrales Element und zugleich einen wichtigen Anstoß dieser Entwicklung darstellt. Diese Veränderungen berühren nicht nur die kulturellen Deutungen der Geschlechterbeziehungen in ihrem Kern, sondern auch die Lebensformen und Lebensverläufe von Frauen. Und es spricht alles dafür, daß auch die Lebensverhältnisse von Männern davon affiziert werden - und nicht zuletzt gesellschaftliche Institutionen, vor allem Arbeitsorganisationen, deren Handlungsmuster und Organisationsstrukturen bisher implizit auf dem männ-lichen Lebensmodell aufbauen.


Sprecherin:

 

Prof. Dr. Beate Krais

Institut für Soziologie

Residenzschloß

64283 Darmstadt

Phone: +49 6151 16 3467

Fax: +49 6151 16 6075

E-Mail       Krais(at)ifs.tu-darmstadt.de

 


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